Projektfakten

Projektstatus:
Bewilligt

Kurzbeschreibung:
Analyse, Entwicklung und Erprobung neuer außerschulischer Lehr-/Lernarrangements für Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren

L&T Innovationsbereich:
Non-formale regionale Bildung

beantragte Projektsumme:
251.757 €

Laufzeit:
01.09.2021 - 31.08.2022

Projektkoordination:
Prof. Dr. rer. pol. Sophia Keil
Prorektorin für Bildung und Forschung
Hochschule Zittau/Görlitz

Hintergrundinformationen zum Projekt

Pro­jekt­be­schrei­bung

 

Die Siche­rung des Fach­kräf­te­nach­wuch­ses in der Ober­lau­sitz, ins­be­son­de­re in den soge­nann­ten MINT-Beru­fen, geht ein­her mit einer Stär­kung der schu­li­schen, for­ma­len Bil­dung und der außer­schu­li­schen, non­for­ma­len Bil­dung. Anders als die schu­li­sche Bil­dung hat die außer­schu­li­sche Bil­dung kei­ne von „amts­we­gen“ vor­ge­ge­be­nen Lehr­plä­ne oder Qua­li­täts­richt­li­ni­en zu erfül­len. Unter die­sen Vor­zei­chen wird unter­sucht, wie die für die Ober­lau­sitz wirt­schafts­po­li­tisch iden­ti­fi­zier­ten Zukunfts­tech­no­lo­gien von den Trä­gern außer­schu­li­schen Ler­nens auf­ge­grif­fen und cur­ri­cu­lar unter­setzt ange­bo­ten wer­den kön­nen. Hin­zu kommt die Ana­ly­se der soge­nann­ten wei­chen Fak­to­ren (Räu­me, Zugang, Mit­be­stim­mung, Vor­ga­be ver­sus Selbst­ex­plo­ra­ti­on) und deren Einfluss.

 

Exper­tin­nen und Exper­ten aus Bil­dung, Wis­sen­schaft und Unter­neh­men betrach­ten die Zukunfts­tech­no­lo­gien die­ser Regi­on, u. a. Vir­tu­al Rea­li­ty, Aug­men­ted Rea­li­ty, Kunst­stoff-Leicht­bau, Ener­gie, Mobi­li­tät. Im gemein­sa­men Dis­kurs ent­ste­hen Vor­schlä­ge für außer­schu­li­sche Ange­bo­te die zu soge­nann­ten Zukunfts­the­men der außer­schu­li­schen Bil­dung zusam­men­ge­fasst wer­den. Denn Tat­sa­che ist: die Berüh­rungs­punk­te jun­ger Men­schen mit neu­en Tech­no­lo­gien sind noch man­gel­haft. Die außer­schu­li­sche Bil­dung in der Ober­lau­sitz setzt hier an und wird im Rah­men einer Trans­fer­kon­fe­renz zum Pro­jek­ten­de ent­spre­chen­de Hand­lungs­emp­feh­lun­gen kom­mu­ni­zie­ren. Wir erwar­ten dadurch mit­tel- und lang­fris­tig einen Qua­li­täts­schub für die ein­zel­nen außer­schu­li­schen Lern­or­te, sowohl bei den bereits Exis­ten­ten als auch bei Neu­grün­dun­gen. Die Städ­te Gör­litz und Zit­tau, sowie die Hoch­schu­le Zittau/Görlitz beab­sich­ti­gen im Pro­jekt­an­schluss und bis 2030 wei­te­re Lern­or­te zu eta­blie­ren. Wei­ter­hin wer­den kom­pe­tenz­bi­lan­zie­ren­de Instru­men­te (Poten­ti­al­dia­gons­tik) ange­wen­det und deren Ein­fluss auf die Selbst­be­stim­mung und Moti­va­ti­on der Ziel­grup­pe bestimmt.

 

Das Pro­jekt kann als Initi­al­pro­jekt gewer­tet wer­den, in wel­chem zunächst inner­halb der ein­jäh­ri­gen Pro­jekt­lauf­zeit zum Ist-Stand außer­schu­li­scher Bil­dung in den Land­krei­sen Gör­litz und Baut­zen geforscht wird.

 

Wis­sen­schaft­li­che Arbeitsziele

 

Im Zuge der Kon­zep­tio­nie­rung des Zukunfts­lern­orts Ober­lau­sitz wer­den nach­ste­hen­de wis­sen­schaft­li­che Arbeits­zie­le realisiert:

 

Arbeits­ziel 1: Cha­rak­te­ri­sie­rung der außer­schu­li­schen MINT-Bil­dung in der Oberlausitz
Die Begleit­for­schung der TU Dres­den erfasst durch die Befra­gung außer­schu­li­scher Bil­dungs­ak­teu­re (z. B. Ver­ei­ne, Muse­en und Fir­men) Stär­ken, Schwä­chen und Bedar­fe der außer­schu­li­schen MINT-Bil­dung in der Ober­lau­sitz. Die Resul­ta­te wer­den bezug­neh­mend auf die aktu­el­le For­schung zum außer­schu­li­schen Ler­nen analysiert.

 

Arbeits­ziel 2: Kon­zep­ti­on der Zukunftsthemen
Die Zukunfts­the­men der Regi­on wer­den von der HSZG iden­ti­fi­ziert, geclus­tert und mit inter­dis­zi­pli­nä­ren Auf­ga­ben­stel­lun­gen ver­knüpft. Dies erfolgt syn­er­ge­tisch in enger Zusam­men­ar­beit mit der TU Dres­den und durch die Ein­bin­dung von Praxispartnern.

 

Arbeits­ziel 3: Ent­wick­lung didak­ti­scher Konzepte
Für die Umset­zung der im AZ 2 dia­gnos­ti­zier­ten Zukunfts­the­men in den Lern­or­ten braucht es didak­ti­sche Kon­zep­te. Die­se wer­den mit dem Vor­zei­chen ent­wi­ckelt, dass die Bear­bei­tung der gene­rier­ten Zukunfts­the­men in hoher Selb­stän­dig­keit der Jugend­li­chen erfol­gen kann. Es ent­ste­hen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen und ein exem­pla­risch auf­be­rei­te­tes Lern­an­ge­bot eines Praxispartners.

 

Arbeits­ziel 4: Stei­ge­rung der Attrak­ti­vi­tät außer­schu­li­scher Lernorte
Neben der didak­ti­schen Kon­zep­ti­on der Lern­an­ge­bo­te müs­sen außer­schu­li­sche Lern­or­te eine zukunfts­wei­sen­de, anre­gen­de Lern­um­ge­bung schaf­fen. In zwei Zukunfts­kon­fe­ren­zen ent­wi­ckeln Schü­ler ihre Vor­stel­lun­gen von den Zukunfts­lern­or­ten der Ober­lau­sitz: räum­li­che Ver­or­tung, Raum­ar­chi­tek­tur, Aus­stat­tung, Erreich­bar­keit, Eigen­schaf­ten der Anlei­ten­den und Expert*innen, Anspra­che der Jugend, etc.. Die­se Impul­se mün­den in Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die kon­zep­tio­nel­le Wei­ter­ent­wick­lung bestehen­der Lern­or­te und für die Kon­zi­pie­rung neu­er Lernorte.

 

Arbeits­ziel 5: Nachhaltigkeitsstrategie
Eine gemein­sam von HSZG und TU Dres­den aus­ge­rich­te­te regio­na­le Bil­dungs­kon­fe­renz im Juli 2022 ist Platt­form für die Ergeb­nis­prä­sen­ta­ti­on und den Trans­fer. Sie rich­tet sich an haupt­amt­li­che und ehren­amt­li­che Akteu­re des Bil­dungs­be­reichs, an Wirt­schafts­ver­bän­de sowie an poli­ti­sche Ver­tre­ter. Die Ergeb­nis­se der Kon­fe­renz und des Pro­jek­tes flie­ßen in eine Publi­ka­ti­on zur Zukunft außer­schu­li­scher Bil­dung in der Ober­lau­sitz ein, mit Ele­men­ten der Begleit­for­schung, den Hand­lungs­emp­feh­lun­gen und Dis­kus­si­ons­bei­trä­gen der Konferenz.