5 Jahre L&T – 5 Jahre Innovationsbündnis in der (Ober-)Lausitz! Ein Rückblick auf das L&T Zukunftsforum

7. Juli 2025

Am 19. Juni 2025 hatte wir von Lausitz – Life & Technology (L&T) allen Grund zu feiern! Bei einem sonnigen L&T Zukunftsforum blickten wir gemeinsam mit unseren Bündnispartnern auf fünf Jahre intensive und erfolgreiche Bündnisarbeit mit 20 aktiven F&E Entwicklungsvorhaben in der (Ober-)Lausitz zurück. Aufbauend darauf machten wir uns auf den gemeinsamen Weg, um mit Innovationsgeist, Kraft und starken Kooperationen in die Zukunft der Region zu blicken.  

Ein lebendiges Netzwerk

Was 2019 mit einem Kooperationsvorhaben aus der Hochschule Zittau/Görlitz, des Landkreises Görlitz, der ULT AG und des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU im Rahmen des BMBF-Förderprogramms WIR! – Wandel durch Innovation in der Region startete, hat sich fünf Jahre später zu einem WIR entwickelt.  – Ein lebendiges Netzwerk aus über 85 regionalen und überregionalen Partnern. Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen haben an 20 innovativen Forschungsprojekten gearbeitet und diese Erkenntnisse werden nun in die Region überführt.

Was heißt das konkret?
  • Es wurden vier Unternehmen (aus-)gegründet
  • Es wurden 5 neue Demonstratoren entwickelt, die als neue Produkte in den Markt kommen sollen
  • Es wurde mit dem DLR_School_Lab Hochschule Zittau/Görlitz ein außerschulischer Lernort in den Mandauhöfen in Zittau eröffnet
  • Es wurde auf den vertrauensvollen Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen mehr als fünf neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte eingeworben
  • Es haben sich drei tragfähigen Clustern entwickelt

Drei Innovationscluster für die (Ober-)Lausitz

Im Rahmen des L&T-Bündnisses haben sich drei interdisziplinär vernetzte Innovationsfelder zu tragfähigen Clustern herausgebildet. Diese bündeln technologische Expertise, anwendungsnahe Forschung und regionale Entwicklungsstrategien – mit dem Ziel, nachhaltige Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. 

In diesem Cluster arbeiten 13 starke Partner (assonic Dorstener Siebtechnik GmbH, ARNELL GmbH, ARNIO GmbH, BTU Cottbus-Senftenberg, Dr. Friedrichs Unternehmensberatung, EC Europ Coating GmbH, Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), GSD Schoch Druckspritzguss, Hochschule Zittau/Görlitz (In-Institute ZIRKON und Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM)), HPF GmbH & Co. KG, MCR Engineering GmbH, neo.NET e.V, ULT AG) in Projekten daran, das Potenzial additiver Fertigung (AM) gezielt für industrielle Anwendungen zu erschließen. Im Fokus stehen drei Verfahren – SLM (Selektives Laserschmelzen), WAAM (Wire Arc Additive Manufacturing) und EHLA (Extremes Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen) – die eine flexible Verarbeitung unterschiedlicher Materialien ermöglichen. 

Diese Technologien kommen insbesondere bei der Reparatur, Wartung und Sonderanfertigung in Branchen wie der Landwirtschaft, dem Schwermaschinenbau und dem Energiemaschinenbau zum Einsatz. Forschungsschwerpunkte bilden dabei die Pulveraufbereitung, Filterprozesse, die Oberflächennachbearbeitung sowie die Verknüpfung mit KI-basierten Systemen. Das Cluster leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Ressourcenoptimierung in der industriellen Fertigung. 

15 Bündnispartner (A.I.B. GmbH, AQVA Synergy GmbH, Gemeinnützige Forschungsgesellschaft für dezentrale Energiesysteme e.V. (GEDES), Härtwig Maschinenbau GmbH & Co. KG, HAVLAT Präzisionstechnik GmbH, Hochschule Zittau /Görlitz – IPM, ILK Dresden gGmbH, Institut für Luft- und Kältetechnik – Gemeinnützige Gesellschaft mbH, KMI Kraftwerke- und Maschinenanlagen Instandhaltung GmbH, Lausitzer Energy Systems GmbH, SiSy Solutions GmbH, Stadt Reichenbach, SWECO GmbH, Use My Energy GmbH) bündeln ihre Kompetenzen im Bereich thermischer Speicher- und Versorgungssysteme, mit u.a. besonderem Fokus auf die Nutzung industrieller Abwärme. Ein zentrales Vorhaben war der Aufbau eines Reallabors in den Stadtwerken Zittau, mit der Vision der Speicherung und Umwandlung von Abwärme, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wiederzuverwenden. 

In Kooperation mit dem Transferraum CELSIUZ in Zittau wird das Forschungsfeld Thermische Energiespeicher strategisch weiterentwickelt. Ergänzend rückt der Ausbau zukunftsfähiger Versorgungsinfrastrukturen in den Mittelpunkt. Dieses Cluster vereint technische Innovationen mit konkreten regionalen Transformationsstrategien und bildet damit die Grundlage für nachhaltige Energieversorgungslösungen. 

Sechs Projekte widmen sich der Gestaltung zukunftsfähiger Lern- und Arbeitsumgebungen. Schwerpunkte sind non-formale außerschulische Bildung, der Einsatz von AR-/VR-Assistenzsystemen in Produktionsprozessen sowie die Innovationsforschung zur sozial-ökologischen Regionalentwicklung. 

Durch eine stärkere Verzahnung technologischer und sozialwissenschaftlicher F&E-Ansätze entsteht ein neues Innovationsökosystem. Maßnahmen wie die Prozessbegleitung im Strukturwandel sowie die Verknüpfung von Juniorakademien und Maker Spaces mit Unternehmen, stärken die regionale Innovationskultur und fördern den Nachwuchs. 

Zukunft gemeinsam gestalten!

Das L&T Zukunftsforum stand unter dem inspirierenden Motto „Zukunft gemeinsam gestalten“ und präsentierte die Projektergebnisse aus den geförderten L&T Projekten. Es bot eine dynamische Plattform für den Austausch von Ideen und die Diskussion von Zukunftsvisionen für die Region. Sowohl in Workshops als auch im Messebereich konnten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die L&T Projekte ener-STRIX, Factory4Future, innova.GEIST sowie WIRksam gewinnen. Zudem wurde das Partnervorhaben Grüne Zukunft im Grenzraum und die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit der TU Liberec mit Cross-Border Kooperationen vorgestellt. Neben diesen Workshops zu Forschungserkenntnissen aus den Projekten und Messeständen, gab es auch eine Führung im Bereich der Additiven Fertigung durch das Fraunhofer IWU.

L&T setzte in den 5 Projektjahren auch stetig auf die Vernetzung mit anderen Bündnissen des WIR!-Förderprogramms. Insbesondere mit den Bündnissen vogtlandpioniere und recomine stand L&T regelmäßig im intensiven Erfahrungsaustausch. Das Thema Soziale Innovationen trieb die WIR!-Bündnisse dabei über die Jahre hinweg gemeinsam um. Einen Einblick in das Thema wurde den Teilnehmenden im Workshop 3 „Innovationen gemeinsam denken – Sozial-technisch-technologische Verzahnung in der regionalen Transformationsprozessen gestalten“ präsentiert.

Ein weiterer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Geballtes Know-how aus der Lausitz“ mit Dr. Stefan Jakschik von der ULT AG und Vorstand vom Forschungsverein neo.NET e.V., Dr. Julia Gabler vom TRAWOS-Institut, Christoph Steffan, GF der AQVA Synergy GmbH, Prof. Raj Kollmorgen, L&T Projektleiter sowie Constanze Roth, WIR!-Bündniskoordinatorin der Vogtlandpioniere, zur Frage wie nachhaltiger Strukturwandel in der Lausitz durch Start-up-Förderung, Kompetenzentwicklung und neue Formen der Kooperation gelingen kann.

Auf dem L&T Zukunftsforum wurde ganz schnell klar: Auf dem erarbeiteten Know-how der letzten fünf Jahre muss aufgebaut werden, um erarbeiteten Wissen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen weiterzuentwickeln, vertrauensvolle Kooperationsbeziehungen auszubauen und Demonstratoren in Produkte zu überführen. Dafür ist das Wissen und die Netzwerkarbeit des L&T Teams im Bündnismanagement eine wichtige Plattform.

Wir bedanken uns von Herzen bei allen L&T Bündnis-, Projekt- und Netzwerkpartnern nicht nur für den lebendigen Austausch und das präsentierte Know-how auf dem L&T Zukunftsforum, sondern auch für die enge Zusammenarbeit in den letzten Jahren.
Gemeinsam zeigen wir täglich, wie viel Potenzial und Innovationskraft in der (Ober-)Lausitz steckt!