Wie können Unternehmen in der Oberlausitz konkret von der wachsenden Halbleiterdynamik und den neuen Forschungsstrukturen in der Region profitieren? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft – Spitzenforschung in der Oberlausitz“, bei der Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Handwerk und Netzwerken zusammenkamen, um Chancen, Zugänge und konkrete Kooperationswege sichtbar zu machen.
Moderiert wurde der Abend von Leonie Liemich, Projektkoordinatorin des Bündnisses Lausitz – Life & Technology, die die Teilnehmenden durch ein vielseitiges Programm aus Keynote, Praxisimpulsen, Podiumsdiskussion und Networking führte.
Während sich Dresden rasant zu einem europäischen Zentrum der Halbleiterindustrie entwickelt, entstehen parallel in der Oberlausitz neue Forschungs- und Transferstrukturen – vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bis zum Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA).
Diese Dynamik eröffnet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen neue Möglichkeiten, wirft aber auch praktische Fragen auf: Wo kann ich andocken? Wer sind die richtigen Ansprechpartner? Und wie gelingt der Einstieg in Kooperationen mit Forschung und Industrie?
Genau hier setzte der Abend an – mit dem klaren Ziel, Inspiration mit konkreter Handlungssicherheit zu verbinden.
Ein zentrales Signal zu Beginn war die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Handwerk. Die Gäste wurden gemeinsam von Prof. Dr. Alexander Kratzsch (Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz), Lukas Rohleder (Industrie- und Handelskammer Dresden), Daniel Hübschmann (Handwerkskammer Dresden) und Ina Ultsch (Allgemeiner Unternehmerverband Zittau und Umgebung) begrüßt. Sie stehen für den Schulterschluss der regionalen Akteure und den gemeinsamen Anspruch, Innovations- und Kooperationswege systematisch zu öffnen.
Keynote: „Chips made in Europe – Chance für die Oberlausitz“
Ein besonderes Highlight des Abends war die gemeinsame Keynote aus Industrie- und Zulieferperspektive.
- Dr. Germont Schneider, Senior Manager bei Infineon Technologies Dresden, gab Einblicke in die europäische Halbleiterstrategie, moderne Fertigungsprozesse und die Anforderungen an Wertschöpfungspartner.
- Dr. Steffen Pollack, Gründer, ehemaliger Geschäftsführer und Beiratsvorsitzender der Fabmatics GmbH, ergänzte diese Sicht um die Perspektive eines hochspezialisierten Technologie- und Automatisierungsunternehmens für Fabrik- und Materialflusstechnologien.
Gemeinsam spannten sie den Bogen von globalen Entwicklungen über europäische Industriepolitik bis hin zu konkreten Chancen für Regionen wie die Oberlausitz – etwa in den Bereichen Zulieferung, Engineering, Qualifizierung und industrielle Dienstleistungen.
Praxisimpulse: Kooperationen aus erster Hand
Nach dem strategischen Blick folgte der bewusste Wechsel in die Praxis. In drei Kurzimpulsen berichteten Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus ihren Erfahrungen:
- Dr. Stefan Jakschik (ULT AG) zeigte aus Sicht eines mittelständischen Unternehmens wie konkrete Zugänge zur Halbleiterindustrie gelingen können.
- Prof. Dr. Sophia Keil und Markus Will (HSZG) gaben Einblicke in erfolgreiche Forschungskooperationen und die Rolle von Netzwerken für nachhaltigen Transfer.
- Prof. Dr. Uwe Riedel (DLR) stellte vor, wie Unternehmen konkret an die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des DLR andocken können.
Die Impulse machten deutlich: Kooperationen entstehen nicht abstrakt, sondern durch konkrete Ansprechpartner, realistische Einstiege und Vertrauen auf Augenhöhe.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden zentrale Fragen vertieft: Was brauchen KMU, um stärker von neuen Forschungsansiedlungen zu profitieren? Welche ersten Schritte sind sinnvoll? Wo liegen Hürden – und wie lassen sie sich überwinden?
Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Forschung, Verbänden und Verwaltung – darunter auch Antje Klose (Abteilungsleiterin für Strukturwandel, Wirtschaftsförderung und internationale Beziehungen im Landkreis Görlitz) – diskutierten offen über regionale Verantwortung, politische Rahmenbedingungen und die Bedeutung überregionaler Vernetzung für den Wirtschaftsstandort Oberlausitz.
Fazit: Inspiration, Kontakte und konkrete nächste Schritte
Zum Abschluss fasste Leonie Liemich die Kernaussage des Abends zusammen: Die Dynamik zwischen Dresden und der Oberlausitz ist real – und sie bietet Chancen für alle, die bereit sind, aktiv mitzuwirken.
Beim anschließenden Get-together nutzten viele Gäste die Gelegenheit, an den Messeständen – unter anderem auch an unserem L&T Messestand, um Einblicke in die Forschungsergebnisse von enerSTRIX und EDWENIA zu erhalten und mit den Partnern weiter ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte zu identifizieren.
Ein besonderer Dank gilt den Kooperationspartnern IHK, HWK, AUV und Hochschule Zittau/Görlitz, deren Engagement diesen Abend möglich gemacht hat.
„Wirtschaft trifft Wissenschaft“ hat gezeigt: Die Oberlausitz ist im Aufbruch – und der Dialog zwischen Forschung und Wirtschaft ist ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche regionale Zukunft.





